Führungskultur: Geschäftsergebnisse sind wichtiger als Führungsverhalten
Theoretisch kann sich kein Unternehmen Führungskräfte „leisten“, die ein schlechtes Führungsverhalten an den Tag legen. Theoretisch – denn eine aktuelle Studie der Hochschule Osnabrück belegt, dass Geschäftsleitungen häufig die Augen verschließen.
Verfügen Führungskräfte über Schwächen im Führungsverhalten, stimmen jedoch ihre Geschäftsergebnisse, verschließen Geschäftsleitungen schon mal die Augen vor diesem Problem.
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Hochschule Osnabrück, die zwischen Oktober und November 2010 zufällig ausgewählte Unternehmen befragte. Obwohl bei über 85 % der insgesamt 118 Betriebe mit einer Mitarbeiteranzahl von über 400 Personen das Führungsverhalten ausdrücklich ein Bestandteil von Personalbeurteilungen ist, spielt es bei Zielvereinbarungen nur eine Nebenrolle. Mit gravierenden Folgen, denn laut Studie wird ein schlechtes Führungsverhalten nicht nur nicht geahndet. Auch wird gutes Führungsverhalten kaum belohnt.
So verwundert es nicht, dass ein schlechtes Führungsverhalten selten der Hauptgrund für eine Trennung ist. Ganze 82 % der befragten Betriebe gaben an, dass Defizite in der Führung bei Entlassungen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Vielmehr veranlassen sie persönliche Gründe oder schlechte Geschäftsergebnisse, sich von einer Führungskraft zu trennen.
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